Altsteinzeit von A bis Z

Eine Rezension von Norbert Kissel


“Dieses Nachschlagewerk richtet sich an Studierende und alle an der Urgeschichte Interessierte sowie an Fachleute aus benachbarten Wissenschaften, die in unterschiedlicher Weise mit der Entwicklung des Menschen und seiner Kultur Berührungspunkte finden.“

Mit diesen Worten beginnt ein Buch über die Altsteinzeit, dessen Anspruch und Programm bereits im Titel deutlich werden: „Altsteinzeit von A bis Z“.

Ein Nachschlagewerk möchte dieses Buch sein, ein Lexikon über den ersten und mit großem Abstand längsten Abschnitt der Menschheitsgeschichte, praxisbezogen, umfassend und aktuell.

 

Mit Lutz Fiedler, Gaëlle Rosendahl und Wilfried Rosendahl hat sich ein Team renommierter Wissenschaftler einer Leerstelle innerhalb der Fachliteratur angenommen und, dies sei vorab schon gesagt, ein in jeder Hinsicht anspruchsvolles Vorhaben äußerst erfolgreich umgesetzt.

Gut gemeinte Versuche, ein Lexikon zur (Alt-) Steinzeit auf den Markt zu bringen gab es in den letzten Jahren genug, darunter z.T. von Laien für Laien zusammengetragene und zum Buch gebundene Zettelkästen, die aber mit einer Vielzahl von Unzulänglichkeiten einer Menge fachlicher Mängel behaftete waren. Eine alphabetische Anordnung von Artikeln macht eben noch kein Lexikon!

Dagegen verdeutlicht bereits ein erster Blick in das 2011 von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) herausgebrachte Buch „Altsteinzit von Abis Z“, dass es hierin um fundiertes Wissen geht, das zudem noch anschaulich arrangiert wurde.

 

“Altsteinzeit von A bis Z” lädt zum Schmökern ein

„Altsteinzeit von bis Z“ verzichtet auf farbige Abbildungen, dafür geht die Zahl anspruchsvollster Zeichnungen, von denen die meisten aus der Hand von Lutz Fiedler und Beate Kaletsch stammen, in die Hunderte. Man muss die Seiten ohne eine Abbildungen tatsächlich suchen und das hat Konzept: Neben das geschriebene Wort tritt das Bild als komplementär vermittelndes Medium.

Den Autoren ist es gelungen, die wichtigsten Begriffe innerhalb der urgeschichtlichen Archäologie und ihrer Nachbarwissenschaften so zu erklären, dass auch der interessierte Laie hiervon profitiert.

Fernab von der Hochglanz-Oberflächlichkeit vieler populärwissenschaftlicher Produktionen unserer Tage verbindet „Altsteinzeit von A bis Z“ Anspruch mit Ansprache und setzt sich damit in Vollständigkeit, wissenschaftlicher Seriosität und Darbietung des Stoffs von der gegenwärtigen Angebotspalette deutlich ab.

Von Begriffen wie „Abschlag“ über „Levallois-Technik“ und „Pliozän“ bis hin zu „Schäftung“ und „Zivilisation“ – auf rund 400 Seiten vermitteln die Autoren ein Bild des aktuellen Forschungsstands, regen zum Nachdenken an und liefern für die Fachdiskussion ein solides und verlässliches Fundament.
Die einzelnen Artikel sind durchgehend so aufgebaut, dass zunächst ein Begriff definiert wird. Hieran schließen sich vertiefende Ausführungen an und liefern damit eine kompakte Zusammenfassung der wichtigsten Fakten.

Insbesondere was die Systematik altsteinzeitlicher Artefakte betrifft, stellt „Altsteinzeit von A bis Z“ derzeit das Non plus Ultra dar.

Zwischen den Artikeln werden Begriffe von übergeordneter Bedeutung wie beispielsweise „Abstraktion“, „Höhlenmalerei“, „Musik“ oder „Neandertaler“, optisch hervorgehoben, behandelt.
Das Buch ist nahezu selbsterklärend. Alle Fachbegriffe werden im Artikel direkt oder durch Querverweise erläutert.

„Altsteinzeit von A bis Z“ ist ein vorbehaltlos zu empfehlendes Buch, das seinem Anspruch, ein Kompendium zur Altsteinzeit zu sein, in jeder Hinsicht gerecht wird.

 

„Altsteinzeit von A bis Z“, WBG 2011
414 Seiten    Preis: 79,90 Euro

ISBSN 978-3-534-23050-1

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