Fossile Schmuckschnecke vom mesolithischen Fundplatz Haiger-Sechshelden

 

Berthold Greeb, Mitglied der AG  Altsteinzeit und Mittelsteinzeit Hessen, fand schon 1998 im Bereich des mesolithischen Fundplatzes Sechshelden die in den drei Fotos abgebildete fossile Schnecke. Es ist ein Gehäuse, das zur Gattung der Strombiden ( deutsch: Flügelschnecken oder Fechterschnecken) gehört und in dieser Form aus dem Tertiär bekannt ist. Am Fundort ist das Objekt absolut ortsfremd und hat einen Transportweg von über 100 km hinter sich.

 

Das Gehäuse ist mit Reihen von punktförmigen Einstichen verziert, die alle nicht als Bohrungen angelegt worden sind, sondern durch starken Druck mit einem spitzen Steingerät erzeugt wurden. Dabei brachen kleine Splitte um die Druckstellen herum aus. Möglicherweise wurde dabei das ausführende Gerät nicht nur einfach in der Hand geführt, sondern mit einem Schlagobjekt getrieben.

 

Die Art der Verzierung besteht aus mehr oder weniger parallelen Reihen von Punkten sowie annähernd (recht-)winklig darauf stoßenden Reihen. Eine Abbildung, etwa eines Tieres, ist (auch wegen der Erhaltung des Fundstückes) in dem Gesamtmotiv nicht zu erkennen. Reihen von Einstichen sind von Maglemose- und Kongemose-zeitlichen Knochenartefakten aus Skandinavien und Norddeutschland bekannt.

 

Dieses verzierte fossile Schneckengehäuse passt in ihrem enigmatischen Charakter zu dem übrigen Fundensemble der Station, wo neben üblichen mesolithischen Silexartefakten Reibplatten, retuschierte Schieferkonturen, verzierte Quarzitblöcke und gepickte Diabasobjekte geborgen wurden. Die Publikation dieser interessanten Dinge erfolgt unmittelbar zu Jahresbeginn (2015) in den Fundberichten aus Hessen 51/52, Seite 39-54 durch die Autoren Berthold Greeb und Lutz Fiedler. 

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