Kurzberichte der Mitglieder

Sensationsfund durch ein Mitglied unserer AG:

Jürgen Hubbert findet Knochenspitze!

 

Das passiert nicht alle Tage, dass ein Ehrenamtler die Wissenschaft um einen solchen Fund bereichern darf!

Ob die Knochenspitze nun aus dem späten Jungpaläolithikum oder dem späten Mittelpaläolithikum stammt – darüber wird man wahrscheinlich noch eine geraume Zeit diskutieren können.

Fest steht jedenfalls: Das ist  archäologisches Highlight!

 

Hier geht´s zum Bericht:

Knochenspitze Sept.2014 Copy

 

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Altpaläolithische Funde von Dorsten-Schermbeck in NRW

Horst Klingelhöfer, Theodor-Körner-Str. 7, 45721 Haltern am See

 

Abstract

Despite of the critical up to negative approach of numerous archaeologists in Germany towards the possibility of archaeological Cromerian finds the author successfully investigated Early Middle Pleistocene explorations at Dorsten-Schermbeck in North Rhine Westfalia from 1991 and collected appr. 90 artifacts. The survey was mentored by Prof. Lutz Fiedler (Marburg). The sediments (younger main terrasse of the Rhine) were accumulated shortly after the Matuyama-Brunhes-Change (0,78 mio.). The collection includes simple flakes, some with notches, scrapers and knive edges, opportunistic worked cores, choppers and chopping tools. Additionally several more refined tools were found, as discoidal cores, pic-, trihedron- and biface-like tools. Most of these were more or less abraded, an indication of relocation under fluviatile conditions. Some more fresh looking artifacts on the other hand were found in situ in clayey sediments, obviously produced nearby. The findings of Dorsten-Schermbeck are interpreted as indications of the spread of hominins alongside the meandering streams, like the Rhine. They can be seen as a geographic link between the find spots at Dorn-Dürkheim (GE) and Happisburgh (GB).

 

Einleitung

Im Gegensatz zu der Interessenlosigkeit oder Ablehnung mancher Paläolith-Fachwissenschaftler in Deutschland bezüglich altpleistozäner Hinterlassenschaften früher Mitteleuropäer sind in den letzten dreißig Jahren vorwiegend privat tätige Forscher diesen Spuren in entsprechend alten Terrassenablagerungen und ähnlichen Sedimenten nachgegangen. Dabei ist insbesondere die vorurteilsfreie fachliche Beratung und Förderung durch Prof. Lutz Fiedler hervorzuheben. Ein Niederschlag dieser Forschungen ist u.a. in dem von L. Fiedler 1997 herausgegebenen Sammelwerk „Archäologie der ältesten Kultur in Deutschland“ zu finden, in dem auch der seinerzeitige Forschungsstand zu Dorsten-Schermbeck vorgestellt wurde. Inzwischen liegen aus England, West- und Mitteleuropa eine Reihe von zweifelsfreien alt- bis frühmittelpleistozänen Fundstellen vor, die der immer noch verbreiteten Vorstellung eines erst späten Auftretens des Homo (heidelbergensis) in unserem Raum nicht vor ca. 600.000 Jahren faktisch entgegenstehen. Zu nennen sind beispielhaft Happisburgh, Pakefield (GB), Untermassfeld, Dorn-Dürkheim (D),Pont de Lavaud (F) (Fiedler u. Franzen 2002; Garcia, Landeck, Martinez, Carbonell 2013). Der in NRW – dem Bundesland des Verfassers – gelegene frühmittelpleistozäne Terrassen-Fundkomplex Dorsten-Schermbeck soll deshalb in diesem Zusammenhang hier erneut vorgestellt werden.

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Altpaläolithische Funde von Dorsten-Schermbeck in NRW

 

Seit 1991 forscht unser AG-Mitglied Horst Klingelhöfer in ca. 0,77 Mio. Jahre alten Terrassenschichten des Rheins zwischen Dorsten und Schermbeck (NRW) erfolgreich nach den Steinwerkzeugen dieser frühen Zeit.

Die Funde liegen in zeitlicher Nähe zu dem rheinhessischen altpaläolithischen Fundplatz Dorn-Dürkheim.

Sein Bericht unterstützt Vermutungen über ein früheres Auftreten der Faustkeilkultur (Acheuléen) in Europa.

 

CromerzeitlicheFundplätzebeiDorsten-SchermbeckNRW
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Ein Steinzeit-Erlebnistag an der ARS Pohlheim

Holger Rittweger und Norbert Kissel begeistern Kinder für das Paläolithikum

Rund 98 Prozent seiner Existenz lebte der Mensch in der Altsteinzeit. Die sogenannten „modernen Zeiten“ sind nur das winzige und vorläufige Endstück eines langen Weges, der bereits vor einigen Millionen Jahren in der afrikanischen Savanne begann. Das kann nicht oft genug betont werden. Und weil diese Erkenntnis für unser Bild von Werden und Wert des Menschen so wichtig ist, gehört das Thema auch in die Schule.

Die Altsteinzeit ist in jeder Hinsicht – riesig!

Das lernten die Kinder der Adolf-Reichwein-Schule in Pohlheim anhand eines 25 Meter langen Maßbands, bei dem jeder Zentimeter für 1 000 Jahre stand. Wie groß war der Zeitraum von den ersten Steinwerkzeugen bis heute und wie sehr drängelt sich das, was wir leichtfertig als die Zeit des Jetztmenschen nennen, auf das letzte Meterstück.

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Ein massiver Faustkeil aus Nordhessen

Prof. Dr. Hans-Walter Poenicke, ein Mitglied unserer Arbeitsgemeinschaft, der sich sich u.a. durch seine Entdeckung eines Neandertaler-Lagerplatzes in der Schwäbischen Alb in der Altsteinzeitforschung einen Namen gemacht hat, wurde auch im Nordhessischen fündig. Bei einer planmäßigen Feldbegehung fand er einen massiven Faustkeil aus braun patiniertem Quarzit. Das in harter Schlagtechnik (also ausschließlich mit einem Steinschlägel) hergestellte Gerät ist beidseitig bearbeitet und datiert typologisch ins ältere Acheuléen.

Prof. Pönicke lieferte hierzu auch eine Zeichnung.

 

 

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Ein Klingenkern aus “hessischem Flint”

Radiolarit bzw. Lydit (traditionell auch Kieselschiefer genannt) ist ein Silexgestein, das einst aus den Kieselketten mariner Mikroorganismen (Radiolarien) entstanden ist und sich für die Herstellung von Steingeräten eignet.

Radiolarit bricht beim Anschlagen zwar scharf und muschelig, zerfällt jedoch meist kleinstückig, da sein sedimentärer Aufbau oft auch Ton, Karbonatanteile, Radiolarien-Skeletttrümmer und andere Komponenten einschließt.

Aufgrund dieser eingeschränkten Eignung waren es eher kleinere Werkzeuge, die im Paläolithikum hieraus hergestellt wurden.

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